Ehe für alle
Alles erreicht?

30 Min. | ARD | Deutschland | 2018

"Wenn wir heiraten, dann richtig!", das war für Edwin und Felix eigentlich immer klar. Die beiden Männer leben seit über drei Jahren in einer Beziehung. Als der Bundestag im Juni 2017 mit großer Mehrheit für die "Ehe für alle" stimmt, steht schnell fest, dass auch sie jetzt den Bund fürs Leben schließen wollen. Ein schwules Brautpaar auf ihrer Hochzeitstorte – für die beiden auch ein Zeichen der neuen Normalität: "Wenn eine Frau und ein Mann auf der Torte sind, ist das genauso normal wie zwei Männer. Dass man den anderen liebt, muss man einfach offen zeigen. Erst dann wird es auch für alle anderen normal."

Seit einem Jahr müssen schwule und lesbische Paare nicht mehr rein bürokratisch ihre Lebenspartnerschaft eintragen lassen, sondern können endlich richtig heiraten. “Ehe” statt “eingetragener Lebenspartnerschaft” – nur ein neuer Begriff oder auch ein völlig neues Lebensgefühl? Reicht diese Gesetzesänderung, um nicht nur die rechtliche, sondern auch die gesellschaftliche Gleichstellung zu erreichen? Oder geht die Diskriminierung weiter? 

Für Florentine und Rita hat die gefeierte Gleichstellung noch immer ein großes Defizit. Die beiden leben in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und sind gerade zum zweiten Mal Mama und Mami geworden. Der kleine Simon ist ein Wunschkind, doch rechtlich gilt zunächst nur Florentine als Mutter, weil sie das Kind ausgetragen hat. Rita muss sich ihren legalen Status als Mutter erst noch durch eine sogenannte Stiefkind-Adoption erkämpfen: "Du hast ein Kind, das du liebst und für das du sorgst, doch rechtlich bist du ohne diese Adoption ein Niemand."

 

Buch & Regie: Norbert Lübbers

Kamera: Felix Korfmann, Patrick Meyer-Clement

Schnitt: David Holfelder

Erstausstrahlung: 16.09.2018 um 17:30 Uhr